Skip to main content

Virtuelle Arbeitsplatzgestaltung in der Komponentenfertigung

Eine Erfolgsgeschichte, erzählt von Dr.-Ing. Jens Trepte, Geschäftsführer der imk automotive GmbH

Auslöser

Wir erhielten im Jahr 2003 einen größeren Kundenauftrag zur Realisierung einer Anlage in Brasilien. Dabei hatten wir für die Planung der Fertigung am Auslandsstandort mit Fachkräften vor Ort zu tun, wobei sich die Sprachbarriere schnell als echtes Hindernis im Prozess herausstellte. Weder waren unsere Portugiesisch-Kenntnisse ausreichend, noch waren es die Englisch-Kenntnisse der Kundenseite in Brasilien.

Als Ingenieur würde man denken, dann stelle ich die Anlagen und Prozesse einfach visuell dar, um diese Hürde zu umgehen. Jedoch war für den Standort noch ein hoher Anteil manueller Fertigung vorgesehen. Uns stellte sich in diesem Zusammenhang also die Frage, wie kann menschliche Arbeit mit einer Vielzahl an möglichen Varianten in der Ausführung simuliert werden, um einen Prozess verlässlich planen, darstellen und optimieren zu können. Eine reine Animation bot dabei zu wenig Flexibilität und Realitätsnähe. Durch mehrmaliger Änderung gewisser Parameter wären immer wieder Programmieraufwände entstanden, die zeit- und kostenintensiv gewesen wären. Auch mit dem Wunsch dieses Problem langfristig für uns als Unternehmen und unsere Kunden zu lösen, entschieden wir uns für die Entwicklung einer eigenen Simulationssoftware.

Der Schlüssel zum Erfolg

Bisher konnten wir Anlagen und Roboter zwar offline programmiert sowie virtuell in Betrieb nehmen, trotzdem hatten wir Schwierigkeiten die Humananteile im Prozess dazustellen. Diese konnten bis dato erst mit der Fertigstellung der Anlage, deren Aufbau und entsprechender Schulung der betroffenen Mitarbeiter an dieser implementiert, getestet und optimiert werden. Damit war die bereits fertige Anlage in den meisten Fällen für weitere vier bis sechs Monate nicht wertschöpfend im Produktionsprozess einsetzbar und ein weiterer, immenser Kostenfaktor für den zukünftigen Anlagenbetreiber.

Der Weg bis zum ema Work Designer war zwar kein leichter, aber rückblickend ein wirtschaftlich lohnenswerter für das Unternehmen,. Nach einem ersten Konzept für eine Simulationssoftware zur Planung menschlicher Arbeit, begannen wir die notwendigen Voraussetzungen im Unternehmen zu schaffen, wie zum Beispiel den Aufbau einer eigenen Softwareentwicklung. Ein Forschungsprojekt ab dem Jahr 2010, brachte die Entwicklung gemeinsam mit einem universitären Forschungspartner spürbar voran, sodass wir 2012 erste Interessenten für unsere Software gewinnen konnten.

2013 erkannten dann die ersten Großkunden das Potenzial der Nischenlösung und begannen mit uns zusammen zu arbeiten. Über die nächsten Jahre waren wir damit beschäftigt sowohl intern die Mitarbeiter zu motivieren, als auch missionarisch im Markt aktiv zu sein und die Vorteile der Entwicklung aufzuzeigen. Die entscheidenden Argumente für unsere Kunden waren vor allem zwei Punkte:

  1. Die realitätsnahe Prozessplanung mittels eines simulierten, autark agierenden Menschmodells nach Normzeitvorgaben.
  2. Die Ergonomiebewertung eines Mitarbeiters und die Möglichkeit die Schulung der Arbeiter an einer Anlage bereits in die Zeit vor deren physischer Existenz und Aufbau legen zu können.

„Die Begeisterung vor allem eines Ingenieurs zu Technik, zu Innovationen, zu tollen Produkten allgemein und den selbst entwickelten im Speziellen, ist nur natürlich. Vor allem Letztere haben sicherlich auch irgendwo einen Markt. Die Herausforderung ist jedoch dann auch wirklich den Zugriff auf diesen zu haben, die richtigen Kanäle zu finden, gehört zu werden, den Markt zu begeistern und zu überzeugen.“

Dr.-Ing. Jens TrepteGeschäftsführer, imk automotive GmbH

“„Die Begeisterung vor allem eines Ingenieurs zu Technik, zu Innovationen, zu tollen Produkten allgemein und den selbst entwickelten im Speziellen, ist nur natürlich. Vor allem Letztere haben sicherlich auch irgendwo einen Markt. Die Herausforderung ist jedoch dann auch wirklich den Zugriff auf diesen zu haben, die richtigen Kanäle zu finden, gehört zu werden, den Markt zu begeistern und zu überzeugen.“”

Dr.-Ing. Jens TrepteGeschäftsführer, imk automotive GmbH

Aufwand

Für uns stand schon früh fest, dass wir sowohl technisch wie auch personell, eine eigene Softwareentwicklung, aufbauen wollen. Dabei war die Gewinnung von Fachkräften die größte Herausforderung. Als zweite Herausforderung ist die Überzeugungsarbeit zu nennen, die wir über die Jahre mittels nicht klassischer Vertriebsarbeit geleistet haben. Wir mussten in diesem Zusammenhang unseren Kunden die Methode verständlich machen, die Vorteile der Lösung hervorheben und die Kunden dann langfristig von der Software überzeugen. Die notwendige Ausdauer bei diesen Aktivitäten, die wir rückblickend aufgebracht haben, machte dies zu einem lohnenswerten aber dennoch aufwandsintensiven Punkt.

Finanzieren konnten wir dies über die Jahre glücklicherweise zumeist aus eigenen Mitteln, auf Grund gut laufender Geschäfte in den anderen Leistungsangeboten. Reinvestition in unsere Zukunft war und ist weiterhin unser Credo. Ergänzend konnten wir aber auch öffentliche Fördermittel für das erwähnte Forschungsprojekt akquirieren.

Hilfreiches

Rückblickend hat es uns als Unternehmen geholfen, die Kundenbedürfnisse zu verstehen und damit die richtigen Argumente für unsere Lösung zu liefern. Manchmal brauchte der Kunde auch einfach das Gefühl, selbst drauf gekommen zu sein, um überzeugt zu werden.

Des Weiteren nehmen wir für die Zukunft die Erkenntnis mit, auch weiterhin Durchhaltevermögen zu haben. Hartnäckigkeit und der Kampf um Akzeptanz nach innen wie außen, in der Überzeugung die richtige Lösung zu haben, waren am Ende der Weg zum Erfolg. In diesem Zusammenhang spielte auch die Nutzung bestehender, eigener Netzwerke eine Schlüsselrolle, um gehört zu werden.

Positiv überrascht hat uns in jüngster Zeit, wie diverse Kunden, Partner und Forschungseinrichtungen unsere Softwarelösung als Basistechnologie nutzen und in ganz anderem Kontext Anwendungsfälle realisieren.

Lerneffekte

Aus Euphorie über die geglückte Kundengewinnung, haben wir die Voraussetzungen zur Einbettung unserer Lösung in  bestehende Kundenprozesse, sowie die Datenintegration zeitweise etwas aus den Augen verloren. Die Dauer dieses Entwicklungsprozesses auf Seiten einzelner Kunden führte teils dazu, dass das Thema bei ihnen versandete oder verworfen wurde. Mit entsprechenden Zusatzleistungen können wir dieser Herausforderung mittlerweile begegnen und dem Kunden eine ganzheitliche Lösung bieten.

imk automotive GmbH

  • Kontaktperson:

    Martin Weidhas
    Account Manager
    imk automotive GmbH

  • Adresse:
    imk automotive GmbH
    Amselgrund 30
    09128 Chemnitz
  • Branchen:

    Ingenieurdienstleistungen für Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Elektroindustrie, Bildung und Wissenschaft

  • Mitarbeiter:

    65 Beschäftigte

MEHR DIGITALE ERFOLGE

Erfolgsgeschichten

Viele Unternehmer in Sachsen sind mit ihren Firmen längst auf Kurs Digitalisierung. Hier weitere erfolgreiche Beispiele aus dem Freistaat.

BLEIBEN SIE
AUF DEM LAUFENDEN

MIT DEM ZUKUNFTSLETTER

Mit unserem kostenfreien „Zukunftsletter“ erhalten Sie regelmäßig die neuesten inhaltlichen und organisatorischen Informationen zum Projekt „Zukunftsland Sachsen“, haben Zugriff auf die Erfolgsgeschichten, bekommen Stimmen und Eindrücke aus den zehn Veranstaltungen im gesamten Freistaat. Melden Sie sich hier an!

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.