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Ökosystem für Digitalisierung

Eine Erfolgsgeschichte, erzählt von Tobias Göcke, Geschäftsführer der SupraTix GmbH

Auslöser

Ursprünglich kommen wir aus dem schulischen Bereich. Damals haben wir in einem Studienprojekt einen Online-Simulator für chemische Reaktionen mit passenden Lerninhalten entwickelt. Mit der Zeit haben wir gelernt, dass es für Firmen sehr zeit- und ressourcenaufwendig ist, ihre Belegschaft in unterschiedlichsten Themen zu schulen und weiterzubilden. Gerade für Unternehmen mit zahlreichen Standorten sind einheitliche Lernformate sehr herausfordernd. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Standorten oder Expertisen sprechen oft eine andere Sprache, was zu Kommunikationsschwierigkeiten führt. Auch unterschiedliche Zeitzonen machen das Lehren und Lernen schwer. Bisher waren dazu häufig mehrere Lösungen und Plattformen notwendig. Unsere Herausforderung war damit die Realisierung eines ressourceneffizienten Lernens im Arbeitskontext. Die zusätzliche Herausforderung für uns bestand nun darin, unsere bereits entwickelten Lösungen, Konzepte und Prozesse in den B2B-Kontext zu überführen und auf diese Kundengruppe auszurichten.

Der Schlüssel zum Erfolg

Wir als SupraTix GmbH haben damit über die vergangenen Jahre eine ganzheitliche Umgebung für E-Learning für individuell konfigurierbare Produktions- und Schulungsprozesse entwickelt. Unsere Plattform SupraWorx bietet hybride Arbeitsplatzlösungen mit Smart-Learning-Funktionen. Das heißt, sie funktioniert prinzipiell wie ein App-Store, wo modulbasierte Kurse sowie Kursinhalte zum agilen Lernen bereitgestellt werden. Mittlerweile werden auf unserer Plattform SupraWorx über 4.000 Produkte auf dem Marktplatz angeboten. Wir sind derzeit auf 31 Märkten vertreten und haben über 210.000 Lernende. Per Drag-and-Drop können die Kunden ihre multimedialen Lerninhalte zusammenstellen. Damit kann von Video bis Virtual Reality bestimmt werden, wie die Lerninhalte umgesetzt werden. Ein automatisiertes Personal- und Modul-Management ermöglicht Lernerfolge stetig zu steigern sowie mittels Kompetenzprofilen und Belohnungssystemen benötigte Fähigkeiten, Wissenslücken, Statistiken und Empfehlungen zu verwalten. Dieses Personal- und Modulmanagement stärkt die Motivation der Lernenden.

Unternehmensinternen Coaches, Mitarbeitenden und Trainern wird ein ganz neues Lernen ermöglicht, indem Inhalte selber gepflegt, erweitert und in individuellen Dashboards verwaltet werden können. Zu den einzelnen Online-Modulen bieten wir zudem auch persönliche Workshops an. In diesen interaktiven Treffen bekommen die Lernenden Antworten auf ihre Fragen.

 

Um unsere Angebote kontinuierlich auszubauen, brauchten wir mehr Kundenaufträge. Die Akquise von Neukunden sowie die Pflege unserer Plattform war für unser kleines Team ziemlich zeit- und ressourcenaufwendig und nahm uns zunehmend den Raum für kreatives Arbeiten und damit das Weiterentwickeln unseres eigentlichen Ansatzes.

 

Deshalb führten wir ein Reseller-Programm ein, über das nun auch Partner unser Programm und unsere Angebote verkaufen können. Aber nicht nur unsere SupraTix-Lösungen können darüber vertrieben werden, sondern auch die Angebote von Akademiebetreibern als unsere Partner sowie Kooperationsunternehmen, die sogar passende Hardware zu den sonstigen Marktplatzangeboten vertreiben. Die dahinterliegenden Prozesse sind zu großen Teilen automatisiert und sparen uns damit viele Ressourcen.

 

Erhalten haben wir uns auch den Bezug zu unseren Ursprüngen im schulischen Sektor. Beispielsweise haben wir zum Thema Robotics die Experimentier- & Lernplattform SupraRobo entwickelt. Über eine Roboterzelle, die an eine digitale Plattform angeschlossen ist, können Schüler Experimente durchführen. Ohne aktiven Vertrieb nehmen aktuell über 60 Schulen daran teil. Prinzipiell ist auf der Plattform ein Open-Source-Programm von Google integriert. Darüber können Aufgabenstellungen zur Roboterprogrammierung gestellt und realisiert werden. Die Programmierung kann modulartig durch die Schüler zusammengestellt werden. Die erstellten Codes aller Beteiligten werden dann in eine Warteschlange nacheinander zur Ausführung an die Roboterzelle gesendet. Die Plattform übermittelt dann beispielsweise ein Livebild und bestimmte Messwerte. Basierend auf diesen Daten können dann Entscheidungen getroffen werden, welche weiteren Experimente durchgeführt werden. Die Anwendung kann über alle Bildungsstufen hinweg, vom Kindergarten mit einfachsten Funktionen bis in den universitären Kontext genutzt werden. Zudem gibt es mittlerweile auch ein Äquivalent für Trainingszwecke im Businesskontext. Dieses ist auf verschiedene Robotertypen anpassbar. Aktuell befinden wir uns da im Aufbau dessen mit Kunden aus Deutschland, China sowie Nordamerika.

„Man macht immer Fehler, aber mein Team und ich bereuen diese nicht. Aus alle dem, was passiert ist, haben wir gelernt und sind deshalb heute dort, wo wir stehen. Dies ist im normalen, analogen Geschäft so, genauso wie mit jedem Digitalisierungsvorhaben.“

Tobias GöckeGeschäftsführer, SupraTix GmbH

Aufwand

Die ganze Idee begann bereits 2012 als Studienprojekt. Die offizielle Gründung der Firma erfolgte dann 2016. Vor und direkt nach der Gründung war für uns der größte Kraftakt zunächst unsere Idee sowie die bereits existierende Plattform und deren Inhalte von einem schulisch-universitären Kontext in die Unternehmenswelt zu transferieren. Da an der ursprünglichen Lösung zunehmend Firmen Interesse zeigten, fokussierten wir uns mit Gründung auf den B2B-Markt. Es dauerte damals circa ein dreiviertel Jahr eine funktionsfähige sowie profitable Lösung zu programmieren und mit Inhalten zu füllen, um an den Markt zu gehen.

 

Zu Beginn erhielten wir von der Stadt Dresden eine EXIST-Förderung über die Technische Universität Dresden (TU Dresden) und deren Gründerservice. Die TU Dresden stellte uns damals in diesem Kontext auch Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Anschlussfinanzierung konnten wir über das Technologie-Gründer-Stipendium der SAB sicherstellen. Bis heute sind wir dafür sehr dankbar, denn zunächst hatten wir keine Investoren, die wir von einer Finanzierung hätten überzeugen können, da wir noch keinen Prototyp und keine Kunden hatten. In Folge stellten wir die Finanzierung des Unternehmens über Kredite und eigene finanzielle Mittel sicher. Über die Zeit akquirierten wir dann Drittmittel beispielsweise über Förderprojekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit Co-Finanzierung des Europäischen Sozialfonds u.a. in Kooperation mit der Handelshochschule Leipzig (HHL).

 

Heute nutzen wir zur Finanzierung neuer Projekte und Vorhaben beispielsweise Unternehmens-Crowd-Funding für die Entwicklung neuer Funktionen und Module. Bereits vor der Existenz dieser, investieren Unternehmen in unsere Konzepte und gestalten diese während der Realisierung gemeinsam mit uns. Die Vertrauensbasis dafür ist ungemein wichtig. Diese haben wir uns über die Zeit erarbeitet und am Ende muss dann natürlich auch geliefert werden.

Hilfreiches

Unser grundlegender Entwicklungsprozess startet eigentlich immer mit einem MVP (minimal viable product) als Prototyp, also einer Lösung, die der Minimalkonsens aus bestimmten Anforderungen und Funktionen darstellt. Über das Feedback der Kunden wird diese Lösung dann Stück für Stück weiterentwickelt und erweitert. Dabei sind wir sehr kundengetrieben unterwegs. Dazu war von Anfang an ein sehr agiles Arbeiten notwendig sowie eine bei uns etablierte Lernkultur. Wir lernen aus Erfolgen, aber vor allem aus Dingen, die nicht funktioniert haben. So sind wir mittels des Modulansatzes unserer Produkte in der Lage, gemeinsam mit den Kunden schnell neue Inhalte und Module zu entwickeln, zu testen und an den Markt bringen.

 

In dieser Phase, aber vor allem auch danach, überraschen uns Kunden immer wieder mit ihren Funktionswünschen und auch damit, wie sie unsere Module verwenden. Module und Anwendungen werden manchmal ganz anders genutzt als ursprünglich gedacht. Dadurch entstehen immer wieder ganz tolle, neue Anwendungsfälle, die uns auch für unsere zukünftigen Entwicklungen und Projekte inspirieren.

Lerneffekte

Als wir die Gründung aus der TU Dresden starteten, lag unser Fokus auf dem schulischen Bereich. Wir mussten aber lernen, dass dieses Kundensegment sehr schwierig zu adressieren war, vor allem um ein profitables Geschäftsmodell umsetzen zu können. Die Prozesse auf Kundenseite waren langsam und zäh und die Zielgruppe war auch gar nicht so interessiert an unserer Lösung. Als die Firmen aus der Privatwirtschaft Interesse zeigten, entschieden wir uns zu einer 180-Grad-Drehung hin zum B2B-Markt. Gelernt haben wir dadurch, wie wichtig eine ordentliche Analyse der Kundensegmente ist und in Folge auch die richtigen Kunden anzusprechen. Dazu zählt auch die Berücksichtigung von Strukturen und Entscheidungsprozessen auf Kundenseite. Neben der Anpassung und Neuausrichtung der Plattform in Punkto Angebot und Funktionalität, bedingte das über die Zeit auch eine optische Anpassung unseres Logos und die farbliche Gestaltung der Module.

 

Ein weiterer Lerneffekt war, dass man Fehler macht, machen kann und sicherlich bis zu einem gewissen Punkt auch machen muss. Natürlich stellt das im B2B-Bereich ein erhöhtes Risiko dar. Die Vertrauensbasis mit unseren Kunden ist ungemein wichtig für unseren Unternehmenserfolg. Wenn Dinge manchmal nicht funktioniert haben, haben wir auch mal Kunden verloren. Aber das blieb die Ausnahme. Manchmal mussten wir auch unseren Enthusiasmus an die Realität anpassen. Beispielsweise kamen Unternehmen auf Messen mit Begeisterung über unser Produkt auf uns zu und wollten Projekte mit uns starten. Wir gingen von einem zügigen Beginn aus. Es hat in einem Fall sogar 4 Jahre gedauert, bis das gemeinsame Projekt nun letztendlich startete. Dies lag vor allem an den internen Prozessen und Strukturen auf Kundenseite. Also auch in der Privatwirtschaft kann es manchmal dauern und man muss die entsprechende Geduld sowie einen langen Atem mitbringen, vor allem bei digitalen Lösungen, wie wir sie anbieten.

 

Zudem sind wir ein kleines Team. Viele Prozesse sind bei uns bereits digitalisiert und automatisiert, wie zum Beispiel unsere Rechnungslegung und die Zahlungsdienste. Trotzdem gibt es natürlich auch bei uns noch manuelle Prozesse, die Stück für Stück digitalisiert und automatisiert werden, um unsere Kapazitäten noch stärker für die Arbeit mit unseren Kunden sowie für die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienste nutzen zu können.

SupraTix GmbH

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