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Menschliche Nähe und Teamzusammenhalt mit digitalen Tools erzeugen

Eine Erfolgsgeschichte, erzählt von Dr. Michael Wächter, Geschäftsführer der Digital Impact Labs Leipzig GmbH – Ein Unternehmen der LF Gruppe

Auslöser

Als Digital Impact Labs beraten und unterstützen wir Unternehmen bei ihren Innovationsaktivitäten, von der Konzeption über die Umsetzung und noch weiter über die Projekte hinaus. Denn für erfolgreiche Innovation braucht es nicht nur bestimmte Methoden, sondern auch das entsprechende Mindset, was häufig fehlt. Hier agieren wir als Inspirator und Coach für die erfolgreiche Transformation.
Im Dezember 2019 haben wir mit dem DI Coach ein gefördertes Projekt gestartet, in dem ein Innovationsprodukt entwickelt werden sollte. So wie wir es in Projekten immer machen, haben wir zunächst unsere Kunden gefragt, welche Herausforderungen sie gerade beschäftigen. Aus den Interviews, die wir dafür geführt haben, ergaben sich zwei zentrale Herausforderungen: einerseits die Innovationskultur im Unternehmen und andererseits der gewünschte, aber fehlende Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg.

Die Innovationskultur hat in vielen Unternehmen noch Potenzial. Die wenigen Beschäftigten, die die Innovation treiben, stoßen häufig auf Widerstände. Zwar kleben Mitarbeiter in Innovationsworkshops gern bunte Zettel an Wände, am nächsten Tag herrscht aber wieder „business as usual“. Der Transfer innovativer Methoden in den Alltag gelingt nur in wenigen Unternehmen. Das ist eine riesige Herausforderung. Zudem fehlt Mitarbeitenden, die Innovationen in ihren Unternehmen aktiv treiben, häufig eine Austauschmöglichkeit über die Grenzen des Unternehmens hinweg. Sie haben leider nicht die Möglichkeit, von anderen, die den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen, oder von Fachleuten zu lernen.

Der Schlüssel zum Erfolg

Innerhalb des oben erwähnten Projektes haben wir zwei Richtungen eingeschlagen. Wir haben zum einen den sogenannten InnoCulture Coach entwickelt. Das ist ein mit wissenschaftlichen Methoden entwickeltes, online-gestütztes Organisationsentwicklungsprogramm, das die Dimensionen Wollen, Können und Dürfen abbildet: Was will das Unternehmen, was ist seine Vision, welche Strategie verfolgt es? Welche Kompetenzen haben die Mitarbeitenden, um agil zu arbeiten, innovativ zu sein, Freiraum auch zu nutzen? Haben sie überhaupt den zeitlichen und örtlichen Raum, um frei zu denken, also dürfen sie das? Wir erheben zunächst den IST-Stand in einer Online-Befragung, formulieren anschließend gemeinsam mit den Unternehmen ein Zielbild und können dann mit gezielten Maßnahmen die Innovationskultur individuell in die gewünschte Richtung weiterentwickeln.

Die zweite Stoßrichtung, die sich danach entwickelt hat, ist eine Plattform für Innovatoren und Change-Manager, die unseren Kunden einen direkten Zugriff auf uns als Experten für Transformation und Innovation ermöglicht. Damit können sie uns jeden Tag zu bestimmten Themen aus ihrem operativen Geschäft schreiben und sich mit uns austauschen. Beispielsweise zur Workshopgestaltung oder zum Umgang mit Widerständen bei Innovationsprojekten, zur Gestaltung der Innovationskultur, zum Scouting von Trends oder zum Aufbau eines Innovationsmanagements. Wir sind quasi ihr externer Mitarbeiter, was nur durch die Digitalisierung ermöglicht wird. Denn um genau diesen Service anbieten zu können, braucht es eine digitale Plattform.

Entscheidend für den Erfolg ist für uns, immer zunächst die Zielgruppen zu fragen, wo der sprichwörtliche Schuh drückt, denn nur dadurch erfahren wir, was sie wirklich brauchen– auch wenn sie es selbst oft gar nicht konkret formulieren können. Die Bedürfnisse adressieren wir mit individuellen Lösungen, die wir bereits im Ideenstadium testen und iterativ weiterentwickeln. So entstehen Lösungen, die der Zielgruppe einen echten Mehrwert liefern und dadurch erfolgreich sind.

„Digitalisierung sollte nicht um ihrer selbst willen erfolgen, sondern es muss immer ein klarer Nutzen erkennbar sein. Sie ist ein Hilfsmittel, um die Menschen, die damit arbeiten, also unsere Beschäftigten und Kunden, zu unterstützen.“

Dr. Michael WächterGeschäftsführer, Digital Impact Labs Leipzig GmbH

Aufwand

Digitalisierung kostet Kraft und Zeit. Es ist immer eine Transformation, weil die gewohnten Abläufe ein Stück weit neu erarbeitet werden müssen. Ein Beispiel: Beim rein analogen Arbeiten hatten wir früher vier Terminblöcke, zwei vormittags und zwei nachmittags. Schaue ich heute in meinen Kalender, sind da oft acht bis zehn Termine täglich zu finden. Wir haben schon vor einem Jahr gemerkt, dass wir online andere Zeiten brauchen. Wir beginnen unsere Termine nicht mehr zur vollen bzw. halben Stunde, wie es üblich wäre, sondern fünf oder zehn Minuten später. Da der psychologische Anschlag für den vorherigen Termin eben die volle oder halbe Stunde ist, bleiben so noch ein paar Minuten zum Luft holen, Nachdenken oder um sich einen Kaffee zu holen.

Ein weiteres Beispiel sind die fehlenden Gespräche am Kaffeeautomaten, die in der digitalen Arbeit nicht stattfinden. Es braucht also Raum und Zeit, um sich informell auszutauschen. Wir nutzen dafür Tools z. B. beim Teamlunch, bei dem wir uns in einer virtuellen Welt treffen, und wenn zwei oder mehr Personen zusammenstehen, ergibt sich daraus ein Videoanruf. Für ein Treffen am Abend haben wir hier sogar eine virtuelle Dachterrasse. Das reichte uns aber noch nicht aus. Deswegen haben wir so genannte „Dailys“ eingeführt, d. h. wir treffen uns jeden Morgen um 8:45 Uhr, um uns für eine Viertelstunde auszutauschen, ob es Abstimmungsbedarf gibt und wie es uns gerade geht, in erster Linie über Bilder, so dass wir ein Gefühl füreinander bekommen. Dann starten wir gemeinsam in den Tag. Diese Instrumente sollte man nutzen, um auch digital in Verbindung zu bleiben, und nicht nur von Termin zu Termin zu hasten. Sonst überlege ich mir am Ende des Tages, was eigentlich mein erster Termin am Morgen war und ob ich aus diesem noch etwas zu erledigen habe.

Hilfreiches

Ich war etwas überrascht, wie gut man auch digital menschliche Nähe aufbauen kann. Nachdem ich Anfang 2021 zu den DI-Labs kam, habe ich einige meiner Teammitglieder erst im Juni das erste Mal live gesehen. Und trotzdem konnten wir in den fünf Monaten zuvor auch gut über die digitalen Medien eine Nähe aufbauen und uns kennenlernen, ohne dass wir uns getroffen haben. Wir brauchen also ganz andere Instrumente, um die Kultur des Unternehmens fortzuentwickeln.

Lerneffekte

Was ich anderen raten würde, ist: Beschäftigt euch mit den Bedürfnissen eurer Mitarbeitenden und schaut genau hin, wie es ihnen geht! Denn ich denke, wir leben aktuell (Anfang März 2022) noch im Ausnahmezustand der Pandemie und mittlerweile begleitet durch den Krieg in der Ukraine. Um es als Bild auszudrücken: Viele sind noch am Rennen, und wir sollten wieder dahin kommen, dass wir normal gehen, damit wir alle gesund bleiben. Das ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Aspekt.

Wenn ich noch mal von vorn anfangen würde, dann würde ich nichts anders machen. Denn egal, ob es gut gegangen ist, oder nicht – wir haben aus allem, was wir getan haben, gelernt. Das ist eine meiner grundsätzlichen Maximen, Fehler sind enorm wertvoll, um daraus zu lernen.

Digital Impact Labs

  • Kontaktperson:

    Dr. Michael Wächter
    Geschäftsführer Digital Impact Labs Leipzig GmbH

  • Adresse:
    Hainstraße 16
    04109 Leipzig
    Germany
  • Branche:

    Dienstleistungen für Innovationscoaching

  • Mitarbeiter:

    20 Beschäftigte

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